Klimaschutz & Antifa – let’s stick together! Rückblick auf die free-Lina femKneipe

Klimaschutz & Antifa – let’s stick together! 


Wir haben uns gestern kurzfristig dazu entschieden, die feministische Kneipe im Rahmen der Uni-Besetzung stattfinden zu lassen, weil wir als Feminist*innen, als Antifaschist*innen, als Linke gemeinsam für eine klimagerechte Welt kämpfen. Klimaschutz ist Handarbeit – wir haben in verschiedenen Kämpfen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Appelle an den Staat für mehr Klimaschutz ins Leere laufen. Der Staat zeigt sich vielmehr als guter Komplize vom Kapital und spätestens der Abriss von Lützerath hat gezeigt, dass wir uns beim Kampf um Klimagerechtigkeit nicht auf den Staat (oder aufs Rektorat) verlassen können, sondern uns organisieren & die Sache selbst in die Hand nehmen müssen. Genauso ist auch Antifaschismus Handarbeit – während rechte Gewalt zunimmt, Nazis Waffen horten, Todeslisten  schreiben und sich  auf den Tag X vorbereiten, konzentriert sich der Staat lieber darauf, ein linkes Feindbild zu konstruieren und kriminalisiert Antifaschist*innen, die sich dem rechten Aufstieg entgegenstellen und Solidarität organisieren. Antifaschismus ist und bleibt notwendig – wir sind solidarisch mit denen, die sich gegen rechte Gewalt einsetzen und dafür die volle Repression des Staates zu spüren bekommen. Free Lina! 


Wir haben gestern aus feministischer Perspektive auf das Antifa Ost Verfahren geblickt. Nicht zuletzt, weil in diesem leider das Thema sexualisierte Gewalt eine große Rolle gespielt hat und der Umgang mit Tätern im Kontext von antifaschistischer Solidaritätsarbeit uns mit Fragen und Unverständnis zurücklässt. Weil wir nicht erst seit diesem Verfahren in Antifa-Kontexten immer wieder mit Sexismus bis hin zu sexualisierter Gewalt konfrontiert sind & es daher notwendigerweise eine feministische Position in antifaschistischer Bewegung braucht.

Denen, die sich damit weiter beschäftigen wollen, legen wir folgende Texte von feministischen Zusammenhängen ans Herz: 
https://knack.news/3489 Das zarte lila Pflänzchen der rot-schwarzen Solidarität

https://de.indymedia.org/node/247407 Let’s take care of each other, so we can be dangerous together


Für einen feministischen Antifaschismus! Oder auch: Anna und Arthur halten’s Maul und umarmen sich ganz doll

Kein, Vergeben, kein Vergessen, kein Schlussstrich und kein Sommermärchen. Rede am 8. Mai auf der Gedenkkundgebung des VVN-BdA

Es ist das Jahr 2023. Auf den Tag genau 78 Jahre ist der Sieg der Allierten über Nazi-Deutschland jetzt her. Ein Sieg, der dem Nazi-Regime unter Hitler ein Ende bereitet hat, aber nicht dem Faschismus. Auch heute können Nazis immer noch frei herum laufen und ihren menschenverachtenden Hass unbehelligt verbeiten. Auf internationalen Versammlungen wie z.B. dem extrem rechten Eventwochenende in Budapest feiern jährlich tausende Neo-Nazis im Kontext des sogenannten “Tag der Ehre” offen ihren faschistischen Geschichtsrevisionismus. In Parlamenten verschiedestner Länder erhalten rechtsextreme Parteien immmer mehr Zuspruch. So ist es nicht mehr unwahrscheinlich, dass Marine Le Pen in Frankreich die nächsten Wahlen gewinnen könnte und in Italien bildet die Rechtsextreme unter Georgia Meloni bereits die Regierung. Auch in Deutschland sind die Faschist*innen der AfD im Bundestag und in 15 von 16 Landtagen vertreten. Aber nicht nur in den Regierungsgebäuden, auch auf der Straße treiben die Nazis in Deutschland weiter ihr Unwesen, wie dies zum Beispiel durch die Morde von NSU deutlich wurde. Die fehlende Aufarbeitung bzw. die Mit-Finanzierung des NSU-Terrors durch den Staat zeigt darüber hinaus, dass es sich hierbei auch heute noch um tief verankerte faschistische Strukturen handelt. Diese Strukturen finden sich auch innerhalb der staatlichen Repressionsorgane wieder und führen von rassistischen, antisemitischen und sexistischen Chatnachrichten, über Racial Profiling, geheimen Waffenansammlungen bis hin zu Morden. In diesem Kontext erlangte der Mord Oury Jallohs durch die deutsche Polizei traurige Berühmtheit. Aber auch außerhalb staatlicher Organe zeigen sich diese faschistischen Strukturen immer wieder. Erst vor x Tagen/Wochen verübten Rassist*innen einen Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Berlin-x, bei dem eine Person ermordet wurde.
Und sogar am heutigen Tag, den 8. Mai, laufen VerschwörungsideolgInnen Schulter an Schulter mit Rechtsextremen durch Münster.
Es wird deutlich: Der Faschismus ist noch längst nicht besiegt, weshalb auch 78 Jahre nach dem Sieg über Nazi-Deutschland ein antifaschistischer Widerstand notwendig ist.

Die deutsche und globale Rechte inszeniert sich in krisengeprägten Zeiten als vermeintlicher Krisenlöser. Es mangelt an linken Antworten auf die Probleme der kapitalistischen Gegenwart, wer Angst hat, unter die Räder zu kommen oder dass das eigene Stück vom Kuchen kleiner wird, kämpft lieber um ein Ticket für die vermeintliche Rettungsinsel ,,Volk”, ,,Nation” oder ,,Vaterland”, und tritt nach unten, anstatt nach solidarischen Alternativen zu suchen. Alternativen, die keine Grenze zwischen innen und außen ziehen, zwischen oben und unten, die statt der eisernen Logik der Konkurrenz solidarische Beziehungsweisen etablieren. Als Linke, als Antifaschist*innen müssen wir für dieses solidarische Miteinander kämpfen, es erfahrbar machen, einen anderen Weg aufzeigen aus der kapitalistischen Misere als das Prinzip ,,alle gegen alle” und das Einordnen in die nationalen Zwangsgemeinschaft.

Unser Antifaschismus ist solidarisch, unversöhnlich mit Verhältnissen, die den rechten Hass immer wieder hervorbringen und einem Staat, der lieber gemeinsame Sache mit Nazis macht und Antifaschist*innen kriminalisiert, als die Parole ,,nie wieder” ernst zu nehmen. Auf den Plakaten der neuen Bundeswehrkampagne prangt der Slogan ,,was zählt, wenn wir wieder Stärke zeigen müssen?” Wieder? welches wieder ist damit gemeint? Die Zeiten von einem schwächlichen Deutschland ohne Selbstbewusstsein sollen wohl endlich vorbei sein. Wir haben keinen Bock auf diese Deutschland-Party. Kein Vergeben, kein Vergessen, kein Schlussstrich und kein Sommermärchen – wir bleiben Antifa!

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